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14. Februar 2017
Artikel aus der Glocke vom 13. Februar 2017

Widerstand gegen mögliches Aus der Wenneberschule

Rheda-Wiedenbrück (cd). Sie wollen die Wenneberschule erhalten: Daher haben am Samstagmorgen zahlreiche Eltern mit ihren Kindern auf dem Wochenmarkt in Rheda gestanden und Unterschriften gesammelt gegen die von der Stadt ins Auge gefasste Schließung der Grundschule.

Dabei stellten die Akteure zu ihrem eigenen Erstaunen fest, dass viele Bürger noch nichts von dem geplanten Aus der Einrichtung gehört hatten. „Daher informieren wir die Eltern erstmal über die Pläne der Stadt“, erläuterte Ingvild Splietker, deren Sohn derzeit die dritte Klasse der Institution besucht. Und was ist das am meisten vorgetragene Argument der Eltern für den Erhalt der Wenneberschule? Ganz klar: „Kurze Beine, kurze Wege.“ Vor allem die gefährlicheren Schulwege seien ein großes Problem, sollten die Kinder aus der Innenstadt künftig auf die Johannisschule – dann mit Standort an der Lessingstraße – gehen müssen, erläuterten die Eltern. Schon jetzt herrsche zu den Stoßzeiten Verkehrschaos rund um Fürst-Bentheim und Lessingstraße. Das habe nicht zuletzt ein schwerer Schulwegunfall an der Kreuzung Bosfelder Weg/ Nonenstraße im vergangenen September gezeigt. „Die Steppkes mit dem Fahrrad oder zu Fuß in dieses Chaos zu schicken, ist für viele Eltern eine Horrorvorstellung“, sagte Ingvild Splietker. Sollten die Kinder künftig die Andreas- oder die Parkschule besuchen müssen, werde sich die Länge der Schulwege in den meisten Fällen mehr als verdoppeln. Mit einer Unterschriftenliste stand auch Monika Moselage, Schulpflegschaftsvorsitzende der Parkschule, vor der Stadtbibliothek. Auch sie setzt sich für den Erhalt der Wenneberschule ein, da befürchtet wird, dass durch die geplante Schließung die Klassen in der zweizügigen Parkschule weiter wachsen: „Bisher haben wir 24 Kinder pro Klasse, dann könnten es 29 werden“, sagt Moselage. Des Weiteren kritisierte sie, „dass die Bürger bei diesem wichtigen Thema nicht nach ihrer Meinung gefragt werden“. Dem pflichtete auch Erika Voss bei. Die Rhederanerin unterschrieb am Samstag gern auf einer der Listen. Sie vermisst mit Blick auf das beauftragte Gutachterbüro Biregio und RhedaWiedenbrücks Schuldezernenten Dr. Georg Robra das nötige Feingefühl. „Ich habe den Eindruck, dass das Leute von außerhalb sind, die nur hierherkommen, um ihr Geld zu verdienen und gar nicht wissen, was in Rheda los ist“, sagte die Rentnerin. Ihre Tochter Silke Voss befürchtet derweil eine weitere Schwächung der Innenstadt durch einen möglichen Abriss des Wennebergebäudes an der Berliner Straße.


Hintergrund
Bei einer Informationsveranstaltung hatten jüngst Eltern den Fortbestand des Gemeinschaftsgrundschulverbunds Andreas Wenneber gefordert. Für die nächsten Wochen verabredeten sie gemeinsame Aktionen, um die Öffentlichkeit für ihr Anliegen zu gewinnen. Dazu gehören die Ansprache von Ratsvertretern, das Sammeln von Unterschriften, die Durchführung von Demonstrationen und möglicherweise die Teilnahme am Rosenmontagsumzug. Die Sprecherin der Elternvertretung, Corinna Schumacher, zeigte sich fassungslos über die Begründung der Verwaltung zur auslaufenden Auflösung der Einrichtung. Dort gehe man offenbar davon aus, dass Eltern ihren Spross grundsätzlich an dernächstgelegenen Schule anmelden und die Kriterien wie Religionszugehörigkeit und Klassengröße ausblendeten, klagte sie. Sie hegt den Verdacht, dass die Stadt lediglich deshalb die Schließung erwägt, „um die Räume der Ernst-Barlach-Realschule vollzukriegen“. Dabei zeichneten sich aber schon jetzt Engpässe ab. Bei der Schließung der Einrichtung stünden im Ortsteil Rheda viel weniger Plätze an Gemeinschaftsgrundschulen zur Verfügung, als derzeit nachgefragt würden, so Schumacher weiter. Da die Andreas- und die Parkschule aber kaum zusätzliche Kinder aufnehmen können, bleibe Eltern künftig nichts anderes übrig, als ihre Sprösslinge an der katholischen Bekenntnisschuleanzumelden. Das könnten viele aber nur schlecht mit ihrem Glauben in Einklang bringen, weiß sie. In der Diskussionsrunde forderten mehrere Eltern, dass „doch nicht einfach über unseren Kopf hinweg entschieden werden darf“. Sie forderten daher eine unabhängige Befragung von Erziehungsberechtigten zum Schulauswahlverhalten.



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