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20. März 2019
Artikel aus der Glocke vom 20. März 2019

Frauen sorgen sich um ihre Rente

Rheda-Wiedenbrück (lehe). Bei rotfarbenen Happen wie Tomaten und Wein haben sich interessierte Besucherinnen am Montagabend in der Stadtbibliothek in Wiedenbrück über den Wert der von Frauen geleisteten Arbeit ausgetauscht. Sie waren der Einladung der Gleichstellungsbeauftragten Susanne Fischer und der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) zum „Little Red Snack“ gefolgt.

Anlass war der Aktionstag für Lohngleichheit, der „Equal Pay Day“. Bereits zum sechsten Mal haben die ASF und die Gleichstellungsbeauftragte zu dieser Veranstaltung in der Bücherei eingeladen. „Bis zu diesem Tag müssen Frauen arbeiten, um das gleiche Gehalt wie Männer am Vorjahresende zu erhalten“, erklärte die Gleichstellungsbeauftragte der Doppelstadt den Hintergrund des „Equal Pay Days“. Er lenkte die Aufmerksamkeit darauf, dass bei rund 21 Prozent Lohnunterschied in Deutschland Frauen 77 Tage quasi umsonst arbeiten, um auf das gleiche Gehalt wie Männer zu kommen.

Wie Susanne Fischer erläuterte, symbolisiere die Farbe Rot die roten Zahlen, die Frauen bis zu diesem Zeitpunkt im Vergleich zu Männern schreiben würden. Der „Equal Pay Day“ fiel auf den 18. März und stand unter dem Motto „Wertigkeit der Arbeit“. „Wir wollen gemeinsam eine Vision entwickeln, was nötig wäre, damit die Gleichwertigkeit der Arbeit beider Geschlechter ermöglicht werden kann“, sagte Fischer.

„Früher haben Frauen die Pflege von Angehörigen und den Haushalt nebenbei erledigt. Sie haben permanent gearbeitet, nur dass diese Beschäftigungen nicht anerkannt wurden“, führte Fischer aus. Daraus seien nach der Industrialisierung die Berufe Erzieher und Pflegekraft entstanden. Doch der Wert dieser Arbeit hinke noch weit hinterher. „Frauen können ihre Kompetenzen nicht entfalten: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist heute immer noch schwierig“, sagte sie.
Themen an dem Abend waren zudem die Frage nach einem gesetzlichen Grundeinkommen, die Digitalisierung und die Angleichung der Gehälter in Metiers, die für Frauen als typisch gelten, an die in sogenannten Männerberufen gezahlten Löhne. Die finanzielle Versorgung im Alter spielte für viele der Besucherinnen eine zentrale Rolle sowie auch der Erziehungsurlaub. Gudrun Bauer von der ASF forderte „mehr Geld, damit Menschen im Alter auch davon leben können“ für Frauen in Rente. Ihrer Meinung nach ist die Entscheidung für ein frauengeprägtes Arbeitsfeld mutig, da die Bezahlung in männerdominierten Tätigkeitsbereichen oft viel besser sei.

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