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Pressemitteilung:

Rheda-Wiedenbrück, 07. April 2010

Integration ist Begegnung

Aleviten beten nicht in Moscheen, sondern treffen sich an unterschiedlichen Orten zu gemeinsamen Gebeten, an denen Männer und Frauen gleichberechtigt im Kreis teilnehmen. Das Verbot von Polygamie, Gleichberechtigung, Gewaltfreiheit, fehlende Bekleidungsvorschriften und der Verzicht auf Glaubensverbreitung durch Missionieren kennzeichnen die alevitische Lehre.
Von den 1,3 Mio türkischstämmigen Muslimen in Deutschland sind 700.000 Aleviten, in Rheda-Wiedenbrück sind ca. 30 Prozent der Muslime Aleviten, die sich seit 1989 in einem von 80 Familien getragenen Verein organisiert haben, führte Seiner Aktas aus. Neben der Religionsausübung sei insbesondere das Thema Integration Hauptziel des Vereins. Der Stellenwert des Themas lässt sich an der Tatsache ablesen, dass 60% der Vereinsmitglieder inzwischen deutsche Staatsbürger sind.
Kritisch wurde in der anschließenden Diskussion die Situation in der Türkei bewertet. Der nach außen westlich wirkende Staat sei nach innen rückschrittlich Die alevitsche Gemeinschaft sieht sich einer Zwangsassimilierung und Unterdrückung ihrer Glaubensfreiheit ausgesetzt. Anfeindungen und Übergriffe haben zur Migration geführt.
Dr. Adolf Großmann, der in Vertretung des erkrankten SPD-Landtagskandidaten Jochen Gürtler erschien war, sprach ein großes Dankeschön für die Einladung aus und überbrachte Grüße von Jochen Gürtler, der mit seinen Arbeitsschwerpunkten Arbeitnehmerrechte und Bildungspolitik Integrationsfragen als eines der wichtigsten Themen der nächsten Jahre sieht. Dr. Großmann und Herr Özer waren sich einig, dass das Bildungssystem verändert werden muss, um allen eine Chance zu geben. Bildung beginne im Kindergarten und dürfe nach Schule und Ausbildung nicht enden. Celamettin Özer plädierte dafür, Mehrsprachigkeit zu fördern und sieht darin eine Riesenchance für die exportorientierte deutsche Wirtschaft.
In einer lebhaft geführten Diskussion waren sich alle über die Notwendigkeit der politischen Mitwirkung einig. Herr Özer forderte Migranten auf, in die Parteien zu gehen und sich für die Parlamente aufstellen zu lassen. Anas Qayomi, Vertreter der Jusos ergänzte, jeder sei willkommen und er könne aus eigener Erfahrung berichten, dass sich politisches Engagement lohne.
Der Diskussionsabend klang in fröhlicher Runde mit einem gemeinsamen Essen aus.


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