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Antrag: Unterschutzstellung des Fichtenbusches

Wie im Rahmen der Diskussion um die Neuaufstellung des Regionalplanes OWL bereits in der Sitzung des "Umweltausschusses" am vergangenen Donnerstag angekündigt, hat die SPD-Fraktion heute an den Bürgermeister folgenden Antrag gestellt:

Die Stadt Rheda-Wiedenbrück wird beauftragt, die Möglichkeiten und das Ziel einer dauerhaften unter Schutz-Stellung (Schutzgebiet im Natur- und Landschaftsschutz, Flächennaturdenkmal o. ä.) des Bereiches „Fichtenbusch“ zwischen der Gütersloher Straße, Neuenkirchener Straße und der Straße Am Fichtenbusch im Ortsteil Rheda zu prüfen und bei den zuständigen übergeordneten Behörden (Kreis, Bezirksregierung, Ministerium) aktiv darauf hinzuwirken, dieses Ziel umzusetzen.

Zur Begründung:

Rheda-Wiedenbrück liegt in der Emsaue. Landschaftlich wird diese geprägt von den links liegenden Kalkgeschieben der Beckumer Berge und rechts von den kargen Sandböden, in deren Bereich hohe Sanddünen (Binnendünen – wahrscheinlich Überbleibsel der letzten Eiszeit) zu finden waren. Das war insbesondere im Bereich von Nordrheda-Ems, u. a. in dem Bereich des Rhedaer Forstes, der Fall. Eine Düne im unmittelbaren Stadtbereich war neben dem Fichtenbusch mit dem Ausläufer Fasanenwald der alte Galgenknapp. Für den Ausbau der Verkehrswege – zuerst die Hochlegung der Eisenbahn, dann der Bau der Autobahn – wurden diese Binnendünen geopfert. Somit ist der Fichtenbusch die letzte der ehemaligen unsere Landschaft prägenden Binnendünen. „Von dem ehemaligen Heide-Sand-Charackter“ sind sonst in Rheda-Wiedenbrück nur im Bereich des Moorweges bewirtschaftete, unbedeutende Reste zu finden.
Als die Turn- und Sportgemeinschaft Rheda (TSG) von der Seite der Gütersloher Straße den Fichtenbusch „anknabberte“, um ihre neue tieferliegende Kampfbahn hoch- und somit trockenzulegen, untersagte dies im Dezember 1932 der Mindener Regierungspräsident. Er wies darauf hin, dass es ausdrücklich verboten sei, irgendeine Veränderung am Waldbestand und an der Fläche ohne besondere Genehmigung vorzunehmen. Die Abbruchkanten sind zum Teil heute noch erkennbar.
Der Fichtenbusch nimmt als innerstädtische Waldfläche nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes eine wichtige Funktion wahr, sondern ist eine der letzten deutlich erkennbaren Überbleibsel ehemaliger, natürlicher Landschaftsstrukturen im Ortsteil Rheda. Als solche sehen wir die Notwendigkeit, diesen Bereich dauerhaft für unsere Kinder und Enkel zu bewahren.